Gefährdete Arten

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Unsere Nahrungskette ist gefährdet

Die Gesamtzahl aller auf der Erde vorhandenen Arten ist nicht sicher bekannt. Die Schätzungen des globalen Artenreichtums schwanken zwischen drei und 30 Millionen Arten. Auf Grund der ungenauen Schätzung der globalen Artenvielfalt sind Aussagen über die globale Gefährdungssituation nur näherungsweise möglich.

Der Weltbiodiversitätsrat (IPBES) hat 2019 den ersten globalen Bericht über Status und Trends der biologischen Vielfalt veröffentlicht. Der Bericht zeigt anhand von globalen Indikatoren, dass die Ausdehnung und der Zustand der Ökosysteme um durchschnittlich 47 % im Vergleich zum Ursprungszustand zurückgegangen ist oder sich massiv verschlechtert hat. Die biodiversitätsreichen tropischen Wälder erreichen weltweit nur noch etwa 68 % des geschätzten Niveaus wie vor der Industrialisierung. Die Hälfte der lebenden Korallen ist seit 1870 verschwunden. Rund 25 % der Tier- und Pflanzenarten sind bereits vom Aussterben bedroht. Über 40 % aller Amphibienarten, fast ein Drittel der riffbildenden Korallen, sowie mehr als ein Drittel der Meeressäugetiere sind vom Aussterben bedroht. Mehr als 26.500 Arten gelten weltweit als gefährdet, das entspricht 27 % aller bewerteten Arten (IUCN 2018).

Der Living Planet Index, welcher die Entwicklung von Säugetieren, Vögeln, Fischen, Reptilien und Amphibien weltweit darstellt, zeigt einen Rückgang um 60 % im Vergleich zu 1970 (WWF 2018a).

Der Rückgang der Biomasse der fliegenden Insekten um 75 % seit 1990 wurde aktuell für Deutschland dokumentiert. Dieser Schwund ist besonders kritisch zu betrachten, da Insekten an der Basis der Nahrungskette stehen und für mehrere Ökosystemleistungen verantwortlich sind.

Auch für Österreich kann von einem deutlichen Insektenrückgang ausgegangen werden (GEPP 2019).

Was können wir als Gesellschaft tun

Auf den weltweit zu beobachtenden alarmierenden Rückgang der biologischen Vielfalt hat die Wissenschaft bereits in den 1970er Jahren hingewiesen. Die Völkergemeinschaft hat erkannt, dass das Problem sehr komplex ist und nicht durch isolierte Naturschutzaktivitäten gelöst werden kann.

Deshalb wurde das Übereinkommen über die biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity, CBD) geschaffen und auf der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung (UNCED) 1992 in Rio de Janeiro beschlossen. 

Im Speziellen geht es um 

den Schutz von Lebensräumen und den Schutz von wildlebenden Tieren, Pflanzen, Pilzen und Mikroorganismen, 

die nachhaltige Nutzung von wildlebenden und gezüchteten Arten sowie deren genetische Vielfalt, 

die Zugangsmöglichkeiten zu den genetischen Ressourcen der Welt, die gerechte Verteilung der Vorteile aus der Nutzung dieser genetischen Ressourcen und um dadurch verbesserte Entwicklungschancen für die ärmeren, aber biodiversitätsreichen Länder.

Im Mai 2020 wurde die neue „EU-Biodiversitätsstrategie für 2030 – Mehr Raum für die Natur in unserem Leben“ von der Europäischen Kommission veröffentlicht. Es ist ein umfassender Plan zum Schutz der biologischen Vielfalt und zur Umkehrung der Schädigung der Ökosysteme mit den Ziel, die biologische Vielfalt Europas bis 2030 auf den Weg der Erholung zu bringen, zum Wohle der Menschen, des Klimas und des Planeten. Die Strategie enthält Verpflichtungen zur Bekämpfung der Hauptursachen für den Verlust der biologischen Vielfalt in der EU. Sie ist der Beitrag der EU zu den kommenden internationalen Verhandlungen über den globalen Rahmen für die biologische Vielfalt nach 2020.

Artengefährdung in Österreich