Was ist Biodiversität?

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Biodiversität ist der heute oft gebrauchte Begriff um die Vielfalt der Lebensformen auf unserem Planeten zu beschreiben. Dazu zählt die Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten, die genetische Vielfalt innerhalb einer Art, aber auch die Vielfalt der Ökosysteme als Lebensräume. Diese drei Ebenen bilden die Grundlage für alles Leben auf Erden und sind somit auch unsere unersetzliche Lebensgrundlage.

Warum ist Biodiversität wichtig?

Biologische Vielfalt ist eine existenzielle Grundlage für das menschliche Leben: Pflanzen, Tiere, Pilze und Mikroorganismen sind Träger des Stoffkreislaufs – sie reinigen Wasser und Luft, sorgen für fruchtbare Böden, sie dienen der menschlichen Ernährung und Gesundheit. Nur eine intakte Natur ermöglicht heutigen und zukünftigen Generationen eine hohe Lebensqualität, unter anderem durch natürliche Lebensmittel und intakte Landschaften, die gleichzeitig auch Wurzel der regionalen Identität der Menschen sind.

Ökosystemleistungen: Ökosystemleistungen werden von der Natur erbracht und sind essenziell für das menschliche Leben: hohe Luftqualität, sauberes Trinkwasser, fruchtbare Böden, Wald als Schutz vor Lawinen und anderen Naturgefahren sowie Klimaregulierung.

Vorsorge für zukünftige Generationen: Um die Entwicklungsmöglichkeiten zukünftiger Generationen zu gewährleisten, müssen möglichst alle Arten in ihrer genetischen Vielfalt sowie die Vielfalt ihrer Lebensräume erhalten werden, auch wenn deren Funktionen im Naturhaushalt und ihr Nutzen für die Menschen in allen Details gegenwärtig noch nicht bekannt sind. Weil die meisten Ökosystemleistungen öffentliche Güter sind, werden sie nicht auf Märkten gehandelt, sondern ganz selbstverständlich gratis genutzt. Dies führt zur Übernutzung der natürlichen Ressourcen.

Erhalt der Fähigkeit zur genetischen Anpassung an Veränderungen: Intakte Ökosysteme mit einer natürlichen Vielfalt an Arten tragen dazu bei, Naturkatastrophen zu vermeiden beziehungsweise deren Auswirkungen zu mildern. Naturzerstörung und -veränderung können dagegen diese Katastrophen begünstigen: Begradigung von Flüssen und Verlust von Auwäldern verstärken Hochwasserereignisse. Rodungen im Bergwald und Übernutzung der Bergökosysteme führen zu Abgängen von Lawinen und Muren. Erosionen durch nicht nachhaltige Bodennutzungen in der Landwirtschaft führen zum Verlust fruchtbarer Ackerböden.

Soziale und kulturelle Gründe: Naturerfahrungen und -erlebnisse sind wichtige Aspekte der Persönlichkeitsentwicklung: Positive Erfahrungen stärken das Lebensgefühl, schulen die sinnliche Wahrnehmung und das ästhetische Empfinden, vermindern Aggressivität, fördern Aufmerksamkeit, Konzentration und Wahrnehmungsfähigkeit sowie die Ausbildung motorischer Fähigkeiten. Die Nähe zur Natur ist ein wichtiger Aspekt für unsere Lebensqualität. Darüber hinaus stärken Natur und Landschaft die regionale Identität und prägen das Heimatgefühl. Auch Künstler*innen nutzen die Natur als Inspiration oder Vorbild.

Moralisch-ethischer Wert: Die Natur ist aufgrund ihres eigenen Wertes zu erhalten. Auch die Konvention über die biologische Vielfalt führt die ethischen Gründe („intrinsic value“) der Biodiversität als Schutzverpflichtung an.

Wodurch ist Biodiversität in Gefahr?

Der Zustand der Biodiversität wird von menschlichen Tätigkeiten wie Industrie, intensive Landwirtschaft, nicht nachhaltige Forstwirtschaft, Siedlungstätigkeit und Infrastrukturausbau sowie Verkehr negativ beeinflusst.

Die Hauptursachen für den Verlust von Lebensraum sind insbesondere die Verbauung für Siedlungen, Gewerbe und Industrie, Versiegelung und Zerschneidung für Verkehrswege, Umwandlung von Grünland in Ackerflächen, Aufgabe der Bewirtschaftung von extensivem Grünland, Trockenlegung von Feuchtgebieten, Verbauung von Fließgewässern und intensive Forstwirtschaft.

Unzerschnittene Lebensräume werden immer kleiner, die verbliebenen Restflächen sind für viele Arten nur noch bedingt als Biotop geeignet. Damit werden Arten und deren Lebenszyklus beeinträchtigt, Ruhe- und Nahrungsflächen voneinander getrennt, Laichgebiete isoliert, der genetische Austausch unterbunden und Wanderkorridore unterbrochen (UMWELTBUNDESAMT 2016c).